Lederbekleidung

Lederkleidung pflegen

Lederjacken, Lederhosen oder Handschuhe: Jedes Kleidungsstück aus Leder braucht eine Lederpflege, die zur jeweiligen Lederart passt. Glattleder, Anilinleder und Rauleder als wichtigste Lederarten unterscheiden sich deutlich in Pflegebedarf und Empfindlichkeit, denn jede Lederart hat andere Materialeigenschaften. In unserem Online Shop finden Sie die passenden Produkte für Reinigung und Pflege Ihrer Lederbekleidung und weiterer Lederwaren.

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Kaufhilfe: Welches Pflegeprodukt passt zu Ihrer Lederart?

Die richtige Lederpflege richtet sich immer nach der Lederart, nicht nach dem Kleidungsstück. Beim Thema Lederart hilft ein einfacher Tipp: Einen Wassertropfen auf einer verdeckten Stelle verreiben. Perlt er ab, ist es pigmentiertes Glattleder. Zieht er ein, handelt es sich um offenporiges Leder, meist Anilinleder oder Rauleder.

Pigmentierte Glattleder

Diese Lederart ist am robustesten und pflegeleichtesten, typisch für Lederjacken, Motorradbekleidung und Lederhosen. Je nach Gebrauch und Beschaffenheit entstehen mit der Zeit kleinere Kratzer, die sich mit einer Farbauffrischung ausgleichen lassen. Zur Pflege genügt ein- bis zweimal jährlich ein Lederfett oder Lederbalsam, das die Fläche geschmeidig hält und die Lebensdauer verlängert.

Offenporige Glattleder (Anilinleder)

Anilinleder erhält bei der Herstellung keine schützende Farbschicht und gilt als die empfindlichste Lederart, ein echtes Naturprodukt mit sichtbaren Eigenschaften der ursprünglichen Haut. Im Gegensatz zu pigmentierten Ledern lassen sich Ausbleichungen und eingezogene Flecken hier kaum selbst beheben. Regelmässige Pflege mit einer rückfettenden Creme hält das Material geschmeidig, macht es aber nicht unempfindlich. Wir haben in unserem Sortiment Reiniger für Anilinleder, aber es gibt leider keine Garantie, dass dieser alle Flecken entfernen kann.

Rauleder (Velours, Nubuk, Wildleder)

Rauleder ist isolierend, aber wasserempfindlich. Eine regelmässige Imprägnierung schützt vor Nässe, Schmutz und Flecken, wer Rauleder viel im Freien trägt, sollte es zusätzlich vor dem Tragen imprägnieren. Zur Pflege danach aufbürsten, immer in eine Richtung, das erhält den samtigen Charakter der Oberfläche. Wildleder und Nubuk verlieren durch Sonnenstrahlen und Licht schneller an Farbe als Glattleder.

Für Sämischleder wie Trachtenbekleidung sowie Fell und Pelz gelten eigene Regeln, ebenso für Lederhosen und Röcke aus Ziegen- oder Lammleder, mehr dazu in unserem Ratgeber.

Lederbekleidung richtig aufbewahren

Die häufigste Ursache für Schimmel, Steifheit und Verfärbungen an Lederkleidung ist die falsche Aufbewahrung. Richtig gelagert, erspart das oft eine aufwendige Lederreinigung. Lederjacken sollten hängend und mit ausreichend Platz gelagert werden, niemals eng zusammengedrückt oder in luftdichten Plastikhüllen. Ohne Luftzirkulation kann sich Feuchtigkeit nicht abbauen, das Material beginnt zu schimmeln.

Helle und dunkle Lederstücke sollten getrennt aufbewahrt werden, da Farbstoffe bei engem Kontakt übergehen und dauerhafte Schäden hinterlassen können. Wer Lederbekleidung länger einlagert, sollte sie vorher reinigen und pflegen: Eingearbeiteter Schmutz und Flecken setzen sich sonst während der Lagerung fest und lassen sich später nur noch schwer entfernen.

Anwendungsbereiche

Motorradbekleidung und viele Lederjacken bestehen meist aus robustem, oberflächengefärbtem Glattleder und brauchen wegen der ständigen Beanspruchung besonders regelmässige Pflege. Lederhandschuhe werden genauso gewaschen wie andere Lederbekleidung, entscheidend ist beim Trocknen die Form: Handschuhe sollten leicht feucht angezogen und mehrmals gedehnt werden, damit sie nicht steif werden.

Trachtenbekleidung, Felljacken und Schafsfelle haben besondere Anforderungen an Temperatur und Vorbehandlung, mehr dazu in unserem Ratgeber. Auch Ledertaschen und Handtaschen aus Wildleder sollten Sie regelmässig imprägnieren, Schuhe profitieren von rückfettender Pflege wie unserem Lederfett, die passenden Produkte dafür finden Sie in unseren weiteren Kategorien.

Lederkleidung pflegen: die wichtigsten Schritte

Anders als oft angenommen lässt sich Lederbekleidung mit dem richtigen Lederwaschmittel problemlos reinigen und pflegen, per Hand oder in der Waschmaschine. Vor allem bei stark verschmutzten Stücken lohnt sich etwas Geduld.

  1. Vorbereiten: Bei hellen und dunklen Kombinationen oder Leder-Textil-Mix vorher testen, ob Farbe abfärbt. Ein Fixativ verhindert das Ausbluten beim Waschen.
  2. Waschen: Waschmittel in Wasser lösen, das Kleidungsstück einweichen und bei starkem Schmutz mit einer weichen Bürste nachhelfen. Vor allem bei Motorradkombis braucht es dafür etwas mehr Zeit. Feinwaschgang bei maximal 30 bis 35°C je nach Lederart.
  3. Trocknen: Hängend bei Raumtemperatur trocknen, nie im Trockner mit Wärme und nie in der Sonne, sonst entweicht die Feuchtigkeit zu schnell. Vor allem bei schweren Stücken kann das mehrere Tage dauern.
  4. Pflegen: Nach dem Trocknen je nach Lederart mit Lederfett oder Creme und/oder Imprägnierung nachbehandeln, das erhält Geschmeidigkeit und Glanz.

Tipp: Ein Lederbalsam sollte ein- bis zweimal jährlich aufgetragen werden, weniger ist dabei meist mehr. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit allen Details finden Sie in unserem Ratgeber.

Häufige Fragen zur Lederpflege

Wie erkenne ich, welche Lederart meine Lederjacke hat?

Ein Wassertropfen auf einer verdeckten Stelle verrät es: Perlt er ab, ist es pigmentiertes Glattleder. Zieht er ein, handelt es sich um Anilinleder oder Rauleder.

Kann ich meine Lederjacke in der Waschmaschine waschen?

Ja, mit dem passenden Produkt ist das für die meisten Lederarten möglich. Eine Wäsche ohne das richtige Waschmittel und die richtige Vorbehandlung würde das Material dagegen austrocknen und verhärten lassen.

Warum hat meine Lederjacke keine Pflegehinweise?

Viele Modefirmen sind nicht selbst Hersteller ihrer Lederbekleidung, deshalb fehlt oft ein klarer Pflegehinweis. Im Zweifel hilft der Schnelltest mit dem Wassertropfen dabei, die Lederart zu bestimmen. Genau deshalb bieten wir Ihnen für jede Lederart das sichere und passende Spezialprodukt an.

Welche Hausmittel eignen sich für die Lederpflege?

Von Hausmitteln raten wir eher ab, Leder ist ein empfindliches Naturmaterial. Ein spezielles Produkt und die passende Pflege nach unserer Anleitung schützen die Lieblingsstücke besser und sorgen für lange Freude daran.

Lassen sich Risse oder Löcher in Lederbekleidung reparieren?

Bei dünnem Bekleidungsleder ist das schwieriger als bei Möbeln oder Autoleder. Kleinere Risse in einfarbigem Glattleder lassen sich oft fachgerecht reparieren, bei Rauleder oder mehrfarbigen Ledern ist das nicht immer möglich.