Kaufhilfe: Welches Produkt passt zu welcher Lederart?
Im Schuhbereich wird eine grosse Bandbreite an Leder verarbeitet, die Bestimmung ist nicht immer einfach. Zwei Schnelltests geben Klarheit: Beim Wassertropfentest zeigt sich Glattleder, wenn der Tropfen abperlt, zieht er ein und dunkelt die Stelle, ist es Anilinleder. Beim Fingernageltest auf Fettleder hinterlässt der Nagel eine Linie, die sich wieder verreiben lässt. Rau- oder Veloursleder erkennen Sie optisch an der samtigen Struktur.
Pigmentiertes Glattleder
Die häufigste und pflegeleichteste Lederart bei Schuhen. Zur regelmässigen Pflege eignet sich der Elephant Leather Preserver, er macht das Oberleder zusätzlich wasserabweisend, besonders wichtig bei Wander- und Jagdschuhen in der kalten Jahreszeit. Starke Anschmutzungen und Schneeränder reinigen Sie mit dem Shoe Cleaner, verdünnt im Verhältnis 1:1 mit Wasser. Kleinere Oberflächenverletzungen frischen die Leather Fresh Tönungen wieder auf, die Stelle vorher mit Leder-Reinigungsbenzin entfetten für bessere Haftung.
Anilinleder
Offenporig und deutlich empfindlicher als Glattleder, ein Tropfen Flüssigkeit dunkelt die Oberfläche dauerhaft. Zur Pflege den Elephant Leather Preserver dünn in einen Lappen geben, nie direkt auftragen, sonst entstehen Fettstellen. Für bereits eingezogene Flecken gibt es kein Universalmittel, kontaktieren Sie uns kurz für eine persönliche Beratung. Frische Fettflecken behandeln Sie mit der Grease Absorber Paste.
Fettleder (Pull-Up-Leder)
Die Oberfläche ist mit eingefärbtem Lederfett behandelt, Gebrauchsspuren lassen sich meist einfach beheben. Etwas Elephant Leather Preserver mit einer weichen Schuhbürste aufbürsten, das pflegt und erneuert gleichzeitig die Schutzfunktion und bietet zusätzlichen Schutz gegen Nässe. Bei stärkeren Anschmutzungen zuerst mit dem Shoe Cleaner reinigen.
Rauleder, Nubuk und Velours
Nubukleder und Veloursleder zählen zu den empfindlichsten Ledertypen bei Schuhen, jeder Fleck und Abrieb ist sofort sichtbar, besonders bei hellen Farben. Regelmässiges Bürsten mit Borsten aus Naturhaar und eine gelegentliche Imprägnierung schützen vor Nässe und Schmutz, bei älteren, trockenen Ledern zusätzlich imprägnieren und mit Aniline Protector rückfetten. Dieses Material verträgt keine Cremes oder öligen Pflegemittel, das würde die Fasern verkleben und speckig machen. Realistisch betrachtet garantiert keine Behandlung eine vollständige Wiederherstellung.
Ledersohlen
Ledersohlen werden mit der Zeit trocken und spröde und nehmen bei Nässe Wasser auf. Das Leather Shoe Sole Oil erhöht die Langlebigkeit deutlich und macht die Sohle wasserdichter. Beim ersten Auftrag so lange auftragen, bis das Leder nichts mehr aufnimmt.
Lackleder
Lackleder ist mit einer hochglänzenden, geschlossenen Schicht überzogen und nimmt klassische Pflegemittel überhaupt nicht auf. Verwenden Sie hier deshalb kein normales Lederfett oder klassische Schuhcreme, da diese die Oberfläche sofort schmierig machen. Für die oberflächliche Reinigung genügt ein weiches, leicht angefeuchtetes Tuch.
Anwendungsbereiche
Lederschuhe gibt es in vielen Formen, vom Businessschuh über Sneaker bis zum Wanderstiefel oder Winterboot: Die richtige Pflege richtet sich nach der Lederart, nicht nach dem Schuhtyp. Bei Wander- und Jagdschuhen lohnt sich zusätzlicher Schutz vor jeder Saison, bei empfindlichen Wildlederschuhen eher trockene Umgebungen bevorzugen. Leder ist ein Naturmaterial und verdient entsprechend Geduld beim Putzen und Pflegen, bei Wind und Wetter ebenso wie im Alltag.
Lederschuhe reinigen und pflegen: die wichtigsten Schritte
- Ledertyp bestimmen: Wassertropfen- und Fingernageltest geben Klarheit über Glattleder, Anilinleder oder Fettleder, samtige Oberflächen erkennen Sie optisch.
- Reinigen: Groben Schmutz trocken abbürsten, bei Bedarf mit verdünntem Shoe Cleaner nass reinigen.
- Trocknen: Immer bei Raumtemperatur, nie auf der Heizung oder mit heissem Föhn, das verklebt die Fasern und macht das Leder hart. Mit Schuhspanner oder mit Zeitungspapier ausstopfen (und dieses bei starker Nässe regelmässig wechseln), das hält die Form und nimmt Feuchtigkeit auf.
- Pflegen: Glatt-, Anilin- und Fettleder mit Elephant Leather Preserver für mehr Geschmeidigkeit, empfindlichere Materialien mit der passenden Imprägnierung.
- Imprägnieren: Am besten vor der ersten Nutzung und danach regelmässig in dünnen Schichten, Pumpsprays schneiden bei der Umweltbilanz meist besser ab als Aerosolsprays, ein Aspekt der Nachhaltigkeit.
Häufige Fragen zur Schuhpflege
Wie oft sollte ich meine Lederschuhe pflegen?
Bei regelmässigem Tragen reinigen und pflegen Sie Lederschuhe alle paar Wochen, imprägnieren einmal pro Saison oder nach jeder gründlichen Reinigung.
Was ist besser, Lederfett oder Schuhcreme?
Reines Lederfett ist zu zäh, um tief ins Leder einzuziehen, und eignet sich eher zur Pflege als zum Weichmachen. Schuhcreme mit Wachsanteil erzeugt zwar Glanz, schadet aber Rauleder. Für die meisten Lederschuhe empfehlen wir stattdessen ein hochwertiges, synthetisches Lederfett wie den Elephant Leather Preserver.
Ist Nivea Creme oder eine andere Hausmittel-Creme gut für Lederschuhe?
Wir raten davon ab. Hausmittel, generische Cremes wie klassische Schuhcreme oder Lederseife sind nicht auf die jeweilige Lederart abgestimmt und können vor allem Rauleder verkleben.
Was tun bei Salzrändern an Lederschuhen im Winter?
Am besten sofort mit einem feuchten Lappen abwischen. Eingetrocknete Ränder reinigen Sie mit verdünntem Shoe Cleaner, danach im Schuhspanner trocknen lassen und nachpflegen.
Wann lohnt sich eine professionelle Aufarbeitung noch?
Bei hochwertigen Lederschuhen fast immer, das ist auch eine Frage der Qualität und Lebensdauer. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Reparatur oder Neufärbung lohnt, bevor wir einen Auftrag annehmen.