Gute und schlechte Pflegemittel, was wirklich funktioniert
Schuhcreme, Nivea-Milch, Olivenöl, Rizinusöl, Vollmilch… Geheimtipps zur Lederpflege gibt es viele. Die meisten schaden mehr als sie nützen. Wir erklären hier, warum.
Hausmittelrezepte
Im Laufe unserer vielen Jahre der Erfahrung, haben wir so ziemlich jede Variante gehört: Vollmilch, Rizinusöl, Olivenöl, Nivea-Milch, Dachsfett, Babycreme, Holzöl (kein Witz), Schuhcreme etc. Solche Hausrezepte haben ihren Ursprung in einer anderen Zeit. Noch bis in die 1950er und 1960er Jahre dominierten pflanzlich gegerbte, dicke Sattel- und Schuhleder. Diese Stücke wurden bis zur mechanischen Erschöpfung genutzt, durchgelaufene Sohlen, ausgerissene Nähte, abgenutzte Oberflächen. Damit Hausmittelchen ihre schädlichen Auswirkungen hätten entfalten können, war das Stück längst ersetzt.
Die heutigen Leder sind dünner, weicher und anders gegerbt. Sie brauchen eine abgestimmte Pflege und keine Universalmittel aus dem Haushalt. Die zerstörende Wirkung von Fetten und Ölen, die im Leder ranzig werden, sollte man nicht unterschätzen. Es gibt umfangreiche Studien über die schädliche Wirkung von Nahrungsmittelfetten auf Leder.
Pflegemittel im Handel
Im Handel gibt es eine grosse Auswahl an Pflegemitteln in den verschiedensten Preislagen. Viele Kunden sagen uns, dass sie aus Angst vor dem falschen Produkt lieber gar kein Pflegemittel eingesetzt haben. Das ist natürlich der falsche Weg, denn auch einfachere Pflegemittel sind in der Regel besser als gar keine Pflege. Die Wirkung lässt sich im Zweifel immer zuerst an einer verdeckten Stelle testen.
Bei besonders wertvollen Ledern lohnt es sich, auf hochwertigere Produkte zu setzen. Synthetische Öle und Fette werden nicht ranzig, sind kein Nährboden für Bakterien und Schimmel, und enthalten häufig UV-Filter, welche die Lebensdauer wertvoller Leder deutlich verlängern. Unsere Produkte sind auf synthetischer Basis hergestellt und auf die typischen Schwachstellen verschiedener Lederarten abgestimmt. Nicht zufällig setzen viele Museen unsere Pflegemittel ein, wenn es um den Erhalt wertvoller oder historischer Leder geht.
Die richtige Beratung
Nach vielen Jahren in der Entwicklung von Lederpflegemitteln sind wir zur Überzeugung gekommen: Es gibt nicht das richtige Pflegemittel für alle Leder. Jede Ledersorte ist anders gefärbt und versiegelt, wird unterschiedlich beansprucht und unterschiedlich der Sonne ausgesetzt. Manche Leder sind glatt, andere rau, manche glänzen und andere sind matt. Dazu kommt, ob ein Leder neu oder bereits gebraucht und vorgeschädigt ist. Unser Sortiment ist deshalb so umfangreich geworden, weil jede Lederart und jeder Lederzustand andere Anforderungen stellen.
Die Beratung spielt eine grosse Rolle in der richtigen Behandlung des Leders. Es gibt nicht das beste Pflegemittel für Leder, sondern nur das richtige Pflegemittel für ein spezielles Leder oder ein spezielles Problem.
Manchmal lässt sich ein Problem mit einem passenden Produkt lösen. Manchmal ist die Bearbeitung in unserer Lederwerkstatt unumgänglich. Manchmal hilft nur noch der Sattler. Wir erhalten jährlich mehrere tausend Anfragen von Privatpersonen, Garagen, Möbelhäusern, Gastrobetrieben und Hotels, Firmen aus dem Gebäudeunterhalt und öffentlichen Einrichtungen aus dem In- und Ausland. Das richtige Erkennen eines Lederproblems ist die Voraussetzung für die richtige Lösung. Darin sind wir Experten, und wir freuen uns über die häufig positive Resonanz auf unsere Beratungen.
Wenn Sei eine Frage haben oder eine Beratung wünschen, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.