Risse und Löcher in Lederbekleidung reparieren

Ein Riss durch Hängenbleiben, ein Loch von Zigarettenglut. Solche Schäden lassen sich bei Lederbekleidung, anders als bei Möbeln oder Autoleder, nicht einfach selbst mit Flüssigleder beheben. Dieser Artikel erklärt, was möglich ist und wovon es abhängt.

Warum ist Bekleidungsleder schwieriger zu reparieren?

Risse in Jacken entstehen meist durch Hängenbleiben, typischerweise als sogenannte Triangelrisse, die wie ein «V» aussehen, oder als ausgerissene Seitentaschen. Seltener entstehen echte Löcher, etwa durch Zigarettenglut.

Bekleidungsleder ist deutlich dünner als Möbel- oder Autoleder. Eine unsichtbare Eigenreparatur mit Flüssigleder ist deshalb in der Regel nicht möglich, denn das funktioniert nur bei dickeren, schwarzen Glattledern, und auch dort nur an Stellen ausserhalb des Hauptsichtbereichs. Zudem kommt es ebenfalls auf die Stelle des Schadens an, denn das Spannungsverhältnis nach einer Reparatur birgt die Gefahr eines erneuten Aufreissens.

Was ist je nach Lederart möglich?

Einfarbige Glattleder

Risse mit einer Schenkellänge von rund 3 bis 5 Zentimetern lassen sich bei einfarbigem Glattleder in der Regel fachgerecht und nahezu unsichtbar reparieren. Sie werden mit Flüssigleder geschlossen, die Narbung wird nachgeprägt, Farbe und Glanzgrad werden dem Original angepasst. Solche Reparaturen sind praktisch nicht erkennbar und grundsätzlich sehr stabil – ausser im Knie- oder Gesässbereich, wo die Belastung am höchsten ist, muss danach beim Tragen darauf geachtet werden, wenig ruckartige Bewegungen zu machen.

Bei längeren Rissen oder grösseren Löchern hilft nur ein Austausch des betroffenen Bereichs oder eine Näharbeit. Wir können dabei passende Leder in anderen Farben durch professionelle Färbung passend machen. Auch hier ist eine nahezu unsichtbare Reparatur möglich. Manchmal legen wir auch eine Naht entlang des Risses, die spiegelverkehrt auf der Gegenseite wiederholt wird, sodass sie wie eine bewusste Ziernaht aussieht.

Mehrfarbige und exotische Glattleder

Mehrfarbige Glattleder, offenporige Glattleder (Anilinleder) mit besonderer Farbgestaltung, Pull-Up-Leder (Fettleder) oder Metalliceffekte sind anspruchsvoller. Hier muss jeder Fall einzeln geprüft werden, welche Reparaturmethode überhaupt in Frage kommt. Solche Reparaturen sind grundsätzlich aufwendiger.

Rauleder

Rauleder, Ziegenvelours, Schweinsleder, Trachtenbekleidung oder Fellmäntel sind bei Bekleidung weit verbreitet, aber bei Rissen die schwierigste Kategorie. Flüssigleder funktioniert hier nicht, oft lässt sich der Riss nur von innen hinterkleben. Ein Austausch ist häufig ebenfalls nicht möglich, weil identisches Leder selten erhältlich ist und sich Rauleder nicht ohne weiteres exakt nachfärben lässt. In manchen Fällen ist eine vollständige Reparatur deshalb nicht erreichbar und das sagen wir Ihnen ehrlich, bevor wir einen Auftrag annehmen.

Was nun?

Da diese Reparaturen handwerkliches Können erfordern, bieten wir sie nicht automatisch mit unseren Do-it-Yourself-Lösungen an. Schicken Sie uns Fotos des Schadens, wir schätzen ein, ob und wie sich der Riss reparieren lässt.

Produktempfehlungen

Dieser Artikel beschreibt eine professionelle Reparaturleistung, keine Selbsthilfe. Für eine Einschätzung.