Häufige Fragen zu Autoleder
Reinigung, Pflege, Produktwahl: Wer sich zum ersten Mal damit beschäftigt, stellt fest, dass das Thema komplexer ist als erwartet. Diese Seite beantwortet die häufigsten Fragen, bei weiteren Fragen stehen wir gerne persönlich zur Verfügung.
Was ist Autoleder?
Autoleder ist zu 99,9 % ein oberflächengefärbtes Glattleder. Das heisst, eine pigmentierte Farbschicht schliesst die Oberfläche ab und schützt das Leder vor Verschleiss und Feuchtigkeit. In früheren Jahrzehnten wurde vorwiegend pflanzlich gegerbtes Leder eingesetzt. Heute dominiert chromgegerbtes und synthetisch gegerbtes Leder, das weicher und kostengünstiger herzustellen ist.
Für Reinigung und Pflege ist die Gerbart nicht entscheidend. Was zählt, ist das Alter des Leders und sein Zustand.
Muss Autoleder gereinigt und gepflegt werden?
Wer sein Leder lange schön halten möchte, sollte es regelmässig reinigen und pflegen. Schmutz und Staub machen die Oberfläche stumpf und beschleunigen den Verschleiss. Handschweiss greift Lenkräder, Schaltknöpfe und Haltegriffe an. Die Reinigung sorgt dafür, dass Schmutz und Staub sich nicht an der Oberfläche festsetzen. Leder enthält fettende Substanzen, die mit der Zeit nachlassen. Die Pflege führt diese Feuchtigkeit zurück, verhindert Sprödigkeit und schützt die Oberfläche.
Gibt es gute und schlechte Pflegemittel?
Ja, es gibt gute und schlechte Pflegemittel. Die grösste Gefahr sind artfremde Produkte: Ein Felgenreiniger macht Leder kurzfristig sauber, schadet ihm aber langfristig durch seine stark alkalische Zusammensetzung. Auch andere Reiniger die nicht explizit für Leder vorgesehen sind, können dem Leder schaden, da ihre Zusammensetzung nicht auf die Beschaffenheit des Leders eingestellt ist.
Pflegeprodukte auf Basis von tierischen Fetten sind ungeeignete Pflegemittel, verderbliche Öle oxidieren (werden ranzig) und schaden dem Leder mehr als sie nützen.
Alle seriösen Anbieter von Lederpflegeprodukten fügen Leder im Normalzustand keinen Schaden zu. Es gibt aber Qualitätsunterschiede: Hochwertigere Produkte sind sorgfältiger rezeptiert und schützen langfristiger. Es ist auf jeden Fall ratsam, auf spezialisierte Produkte zu setzen als auf Universalmittel aus dem Baumarkt.
Was ist die beste Pflege?
Die beste Pflege ist ein schonender Umgang und Regelmässigkeit. Leder ist grundsätzlich sehr robust, aber wer sein Leder permanent ungeschützt der Sonne aussetzt, schwere, Kantige Gegenstände über die Polster schiebt und länger auf dem Leder liegen lässt und Verschmutzungen eintrocknen lässt, wird früher in einen Neubezug investieren müssen. Bei regelmässiger, Reinigung und Pflege ist eine sehr lange Lebensdauer zu erwarten.
Was ist bei der Reinigung zu beachten?
Ein Anwendungsvideo über die Besonderheiten der Reinigung von Fahrzeugledern.
- Zuerst der Wassertropfentest:
Bei unbekannten Ledern immer zuerst einen Tropfen Wasser auf eine verdeckte Stelle geben. Zieht er ein, handelt es sich um ein offenporiges Leder (z.B. Anilinleder oder Rauleder). Diese sind empfindlicher und brauchen schonendere Produkte. Am besten, Sie kontaktieren uns zuerst oder sehen sich die entsprechenden Anleitungen unter der Rubrik Möbelleder an. Perlt der Wassertropfen ab, ist das Leder oberflächenversiegelt und verträgt normale Reiniger. - Den Reiniger nach Verschmutzungsgrad wählen:
Colourlock Leather Cleaner mild für alltäglichen Schmutz, Colourlock Leather Cleaner strong bei sichtbaren Ablagerungen. Die Leder Reinigungsbürste empfiehlt sich für eine porentiefe Reinigung. - Bei der Reinigung und Pflege sollte immer von Naht zu Naht gearbeitet werden. Das verhindert sichtbare Übergänge.
- Perforierte Leder:
Nie zu nass reinigen. Feuchtigkeit, die durch die Löcher zieht, kann die Polsterung angreifen. Leicht angefeuchteter Lappen genügt. Gerne lesen Sie hier die Handhabung von perforierten Ledern. - Nicht in der Sonne reinigen:
Feuchtigkeit, die bei direkter Sonneneinstrahlung rasch trocknet, kann Verformungen hinterlassen, die sich nicht mehr korrigieren lassen. - Das Leder sieht sauber aus. Muss es überhaupt gereinigt werden?
Das ist einfach zu testen. Dazu feuchten Sie einen hellen Lappen mit einem Lederreiniger an und gehen über die Sitzfläche vom Fahrersitz. Verschmutzt der Lappen sichtbar, ist eine gründlichere Reinigung notwendig. Bleibt der Lappen sauber, reicht ein feuchtes Abwischen (ähnlich dem Abstauben). Das gilt für alle Flächen im Automobil. - Leder darf nicht zu nass gereinigt werden. Zwar haben fast alle Autoleder eine schützende Farbschicht, aber ältere Leder sind oft brüchig und werden dadurch offenporiger. Damit sich diese Leder nicht mit Reinigern vollsaugen und härter werden, sollten sie mit einem Reinigungsschaum gereinigt werden. Reinigungsreste werden mit einem ausgewrungenen, feuchten Lappen entfernt.
Welche Art von Leder habe ich? Der Wassertropfentest gibt Hinweise.
Was ist bei der Pflege zu beachten?
Es gibt die verschiedensten Lederzustände und die verschiedensten Lederpflegemittel. Da ein Pflegemittel den Zustand konservieren soll, gibt es nicht wie bei der Reinigung einen sichtbaren Erfolg. Man muss auf die Wirkung vertrauen. Oft ist die Wirkung einer Pflege zumindest spürbar, weil sich das Leder nach der Pflege geschmeidiger anfühlt.
- Woran erkenne ich die Notwendigkeit einer Pflege?
Neue Fahrzeuge oder Oldtimer, bei denen die Lederausstattung erneuert wurde, haben ein fabrikneues Leder. Neue Leder benötigen in der Regel keine Pflege. Hellere Neuleder neigen aber manchmal zu Jeansabfärbungen, und oft benutzte Fahrzeuge neigen zu Verschleisserscheinungen. Es gibt eine Versiegelung für Neuleder, die diese Probleme reduziert. Bei älteren Ledern muss man genauer hinschauen. Ein tadelloses, älteres Leder sollte alle 6 bis 12 Monate sparsam gepflegt werden, um diesen Zustand zu erhalten. Ist ein Leder steif, stumpf und fühlt sich trocken an, liegt die Vermutung nahe, dass ein Pflegemangel vorliegt. Eindeutige Kriterien gibt es nicht, aber wenn man das Leder verschiedener Fahrzeuge anfasst und vergleicht, bekommt man schnell ein Gefühl dafür, wie gut es dem Leder geht.
- Womit pflege ich ältere Leder?
Klassische Lederpflegemittel reichen vom Lederfett, Lederöl, Lederbalsam bis zur Pflegemilch. Öle und Fette sind pure Produkte und daher stark rückfettend. Für eine normale Pflege sind solche Produkte überdosiert. Ein Balsam oder eine Pflegemilch sind Emulsionen mit Wasser. Ohne besonderen Anlass sind die rückfettenden Stoffe in der Leather Care ausreichend dosiert, um das Fahrzeugleder geschmeidig zu halten. Die Leather Care ist dünnflüssig und zieht daher sehr gut ins Leder ein. Der Elephant Leather Preserver schützt mehr die Oberfläche, die aber auch stärker belastet wird. Die Leather Care ist auf matte Leder abgestimmt. Der Elephant Leather Preserver fördert eher den Glanzgrad. - Wie oft und wie viel soll gepflegt werden?
Autoleder werden eher zu selten als zu oft gepflegt. Bei Ledern im guten Zustand und bei saisonaler Nutzung ist eine Pflege alle 6 bis 12 Monate ausreichend. Wird das Leder stärker strapaziert, resp. häufig genutzt (Alltagsfahrzeug), sollte zumindest der Fahrersitz öfter (alle 3-6 Monate) gepflegt werden. Auf keinen Fall sollte aus schlechtem Gewissen überpflegt werden. Wird ein Leder zu oft und zu stark gepflegt, kann es speckig und ölig werden. Daher heisst die goldene Regel Lieber regelmässig sparsam pflegen als selten und überdosiert! - Wie bleibt mein Leder schön matt?
Neuere Autoleder sind sehr matt, manchmal aber auch ältere Leder. Durch den Gebrauch poliert sich das Leder auf, und insbesondere der meistgenutzte Fahrersitz und das Lenkrad werden dann glänzender oder speckig. Matte Leder haben eine matte Optik, weil die Oberfläche unter dem Mikroskop aufgeraut ist und das Licht gestreut reflektiert wird. Glänzende Leder haben eine parallele Reflektion. Wird ein Leder mit der Zeit speckig und poliert, verliert es die Rauheit und damit auch die matte Optik. Um ein Leder matt zu halten, sollte es gut gereinigt werden und dann auf keinen Fall mit stark ölenden oder fettenden Produkten gepflegt werden. Die Leather Care für matte Leder ist dann die beste Wahl. Auf keinen Fall sollte das Leder nachpoliert werden. Pflegemittelüberschüsse bei solchen Ledern mit einem mit Wasser leicht angefeuchteten Lappen vorsichtig abwischen. Dann bleibt der maximale Mattgrad erhalten.
Ein Video über die Reinigung und Pflege verspeckter Leder.
- Braucht Autoleder einen UV-Schutz?
Sonnenlicht setzt allen Materialien mit der Zeit zu. Ob es der Autolack, das Verdeck oder das Lederinterieur ist. Daher ist der beste Schutz, dauerhaft intensive Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Autoleder bleichen zwar selten aus, aber die Wärme der Sonne heizt das Leder auf und lässt es schneller altern. Im schlimmsten Fall schrumpft es sogar. Der UV-Schutz in der Leather Care bietet hier einen wertvollen Zusatzschutz.


- Was macht man bei verhärteten Ledern?
Durch Alter verhärtete Leder, die noch nicht durch Hitze geschrumpfte sind, gibt es den Old Leather Softener. Er enthält besonders dünnflüssige Öle, die mehrfach aufgetragen werden müssen. Zusätzlich muss das Leder gewalkt werden. Bei solchen Behandlungen informieren Sie sich gerne vorab über die genaue Vorgehensweise. - Ziehen die Pflegeprodukte durch die Farbschicht überhaupt ins Leder ein?
Im Gegensatz zu Kunstledern haben selbst stärker oberflächengefärbte Autoleder eine Atmungsaktivität. Daher zieht Lederpflege immer ins Leder ein. Je älter ein Leder ist, desto angegriffener ist die Oberfläche, und desto besser dringt die Pflege auch ein. Insbesondere alte Leder sind auch eher durch und durch trocken. Daher geht die Bedürftigkeit mit der Aufnahmefähigkeit einher. Neue oder gut erhaltene Leder brauchen noch keine Rückfettung im Fasergefüge, sondern der Oberflächenschutz ist ausreichend. - Wie lange muss man warten, bis man sich wieder ins Auto setzen kann?
Pflegemittel sollten immer sparsam, aber regelmässig verwendet werden. Nach einem sparsamen Auftrag ziehen die Pflegemittel schnell ein und trocknen auch schnell. Sobald das erfolgt ist, kann man die Flächen wieder belasten. Bei angenehmen Temperaturen sind das weniger als 15 Minuten. An kalten Tagen sollte man etwas länger warten, weil die Trockenzeit länger dauert. - Wie wichtig ist eine Imprägnierung?
Eine Leder-Imprägnierung dient ausschliesslich dazu, Oberflächen wasserabweisend zu machen und hat keine rückfettenden Substanzen. Autoleder benötigen eine Rückfettung, um geschmeidig zu bleiben, und selten kommt ein Regentropfen auf das Leder, welcher dann ohnehin nicht durch die schützende Farbschicht eindringt. Eine Imprägnierung ist daher eher für Schuhe, Taschen, Jacken und Motorradkombis von Bedeutung, weil diese direkt der Witterung ausgesetzt werden. Bei den Einflussfaktoren, die Autoleder altern lassen, spielt das Eindringen von Flüssigkeiten eine ganz untergeordnete Rolle. Dazu soll die Pflege bis ins Fasergefüge vordringen können, damit die notwendige Rückfettung gewährleistet werden kann. Dabei kann eine Imprägnierung wie eine Barriere wirken. Lederfett imprägniert zwar auch, aber verflüssigt sich bei Wärme, dringt dann ins Leder ein und ist dann ein Teil der Rückfettung. - Verschwinden unerwünschte Druckstellen, Falten und Beulen durch Pflege?
Falten und Beulen sind meist ein natürlicher Veränderungsprozess bei der Alterung von Leder. Solange die Spuren nicht zu deutlich werden, gehören sie zu diesem Naturprodukt. Falten und Beulen lassen sich durch Pflege auch nicht verändern. Das Fasergefüge ist in diesen Bereichen dauerhaft überdehnt oder geknickt und lässt sich nicht wieder versteifen oder zurückziehen. Bei Druckstellen können eine Rückfettung und ein Ausbeulen durch Erwärmen und Ausmassieren eine positive Wirkung entfalten und die Rückstellkräfte der Fasern aktivieren. Insbesondere, wenn der Druck das Leder nicht zu lange belastet hat.
- Worauf muss ich bei längeren Standzeiten achten?
Fahrzeugleder ist eigentlich ein genügsames Material. Eine Überwinterung am Strassenrand setzt Leder nicht zu. Nur bei extremen Bedingungen kann es bei einer langen Lagerzeit Schaden nehmen. Eine deutlich zu trockene Luft würde Leder austrocknen lassen. Daher ist eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 70 % bei ausreichender Luftzirkulation optimal. Bei nicht vorhandener Luftzirkulation sind 70 % Luftfeuchtigkeit bereits kritisch für Schimmelbefall. Daher bei Standzeiten in feuchterer Luft für einen offenen Fensterspalt sorgen. Bei trockener Luft sollte gelegentlich nachgepflegt werden, um ein Austrocknen zu vermeiden. In jedem Fall macht es zusätzlich Sinn, mehrfach im Jahr dem Zustand des Fahrzeugs einer Sichtprüfung zu unterwerfen. Ist noch Druck auf den Reifen? Riecht es im Fahrzeug nach Muff? Haben sich Mäuse eingenistet, die gerne mal am Leder knabbern? Die optimale Lagertemperatur für Leder ist 15 - 20 °C. Dauerhaft niedrigere Temperaturen sind aber nicht schlimm. Belastet wird Leder eher durch ständige Änderungen der Luftfeuchtigkeit und Temperatur oder durch permanente Sonneneinstrahlung. Gleichbleibende Bedingungen und eine regelmässige Sichtprüfung plus eine gelegentliche Pflegebehandlung sind die beste Konservierungsmethode. Bei der Lagerung von ausgebauten Polsterteilen sind Druckstellen zu vermeiden. Gerade bei langen Lagerzeiten können die, wie eine Lederprägung, einen bleibenden Eindruck hinterlassen! - Schadet Lederpflege dem Kunstleder?
Kunstlederteile sind oft von echten Ledern nicht unterscheidbar, und beide Materialien werden in einem Fahrzeug oft kombiniert. Bei der Reinigung spielt es gar keine Rolle, ob man den Lederreiniger auf Ledern oder Kunstledern oder Kunststoffen einsetzt. Da Leder das empfindlichere Material ist, werden andere Materialien nicht geschädigt. Nicht jedes Kunstleder oder jeder Kunststoff verträgt eine dauerhafte und intensive Fettung. Öle und Fette können verhärtete Kunststoffe auch nicht weicher machen. Eine gelegentliche Pflege richtet aber keinen Schaden an. Daher bei unbekannten Materialien nicht überpflegen und bei verhärteten Kunstledern oder Kunststoffen keine Lederpflege als Medikament verabreichen. Kunstleder und Kunststoffe lassen sich nicht wieder weicher machen. Daher bei Problemfällen nur auf Produkte zurückgreifen, die für diese Materialien angeboten werden. - Verändert eine Reinigung und Pflege die Patina des Leders?
Unter einer Patina versteht man eine Veränderung eines Materials durch Alterung, was aber als Verschönerung und nicht als Schaden gesehen wird. Modernere Leder sind durchgefärbt, und bei Abrieb und Verschleiss erscheint eine ähnliche Farbe im Schadensbereich. Meist werden solche Stellen dann nicht als Patina gesehen, sondern als Schäden. Die früher verwendeten pflanzlich gegerbten Leder wurden nicht durchgefärbt, sondern behielten unter der Farbschicht einen hellen Naturton. Reibt sich die obere Farbschicht durch Gebrauch und Verschleiss ab, kommt diese zutage. Das führt oft zu einer altersgerechten Patina, die nicht als Makel gesehen wird.


Eine Patina wird durch die Reinigung nur beeinflusst, wenn die Patina durch Schmutz auf dem Leder entstanden ist und nicht durch Verschleiss. Es gibt tatsächlich Leder, die verunreinigt eine ansehnliche Patina erhalten. Eine Lederpflege beeinflusst die Optik der Patina nur durch die konservierende Wirkung. Gerade durch eine regelmässige Pflege schon geschwächter Leder kann die erreichte Optik möglichst lange erhalten bleiben.








